Suchmaschinenoptimierung für Unternehmen im Wandel

Suchmaschinenoptimierung (SEO) wandelt sich immer mehr zu einer internen Aufgabe, daher müsssen Unternehmen sich mehr mit dem Thema SEO beschäftigen.

An alle SEO-Professionals und SEO-Agenturen: Es geht hier nicht darum eure Arbeit oder gar Existenz in Frage zu stellen. Nicht jede Aufgabe der Suchmaschinenoptimierung kann proffessionel von intern erledigt werden. Es geht in diesem Artikel um Themen, die grundlegend bedacht werden sollten, wenn man über Suchmaschinenoptimierung nachdenkt.

 

Ausgangssituation - ein Unternehmen betreibt eine Website oder Online-Shop

Es gibt verschiedene Gründe, ein digitales Angebot zu betreiben. Ein Hauptgrund wird aber immer sein, dass man Leads oder Kunden gewinnen und Produkte oder Dienstleistungen anbieten möchte. Neben anderen Kanälen des digitalen Marketings, ist Suchmaschinenoptimierung ein wichtiger Bestandteil zur Steigerung von Bekanntheit und Verkauf von Produkten. Durch eine gute Positionierung in Suchmaschinen kann man dies erreichen und es gibt Professionals, die dies anbieten, die Positionierung zu verbessern.

Viele Aufgaben, eine gute Position in den Suchmaschinen-Ergebnisseiten zu erhalten, kann oder muss jeder Website-Betreiber aber eigenständig erledigen. In vergangenen Zeiten war es wichtig die richtigen Tricks zu kennen und Suchmaschinen haben eine Seite entsprechend gut bewertet. Zu dieser Zeit waren die digitalen Angebote aber überschaubar und der Wettbewerb oft noch nicht wirklich ein digitaler Konkurrent.

Heute macht jeder Suchmaschinenoptimierung. Manche schon intern, andere über SEO-Agenturen. Beides sind gute Wege, die Positionierung in Suchmaschinen zu verbessern. Aber...

 

...die Zeiten ändern sich, Strategie ist wichtiger denn je

Heute gibt es viele Konkurrenten, die ähnliche Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die gleiche Keywords nutzen und auch Suchmaschinen verbessern ihre eigenen Algorithmen regelmäßig. Dies und andere Punkte haben eine große Auswirkung auf die Positionierung in Suchmaschinen. Und die kleinsten Details machen die eigene Position aus ...
Eine Landingpage oder Produktdetailseite für Suchmaschinen zu optimieren ist ein Punkt, eine ganze Website oder Online-Shop zu optimieren ist etwas anderes. Die initiale Ausrichtung des eigenen Angebotes kommt aber in der Regel vom internen Produktmanagement oder Marketing.

 

Content is king, blah, blah ... - Ja, aber...

SEO-Agenturen unterstützen bei der Suchmaschinenoptimierung oder kümmern sich vollständig um SEO. Viele Themen sind aber nicht oder nur schwierig durch externe Agenturen zu bewerkstelligen. Einer der wichtigsten Punkte ist die Content-Strategie, die sich von den Unternehmenszielen ableitet und daher zumindest intern definiert werden sollte. Dies ist mit einem gewissen Aufwand und Fachwissen verbunden. Andere Punkte sind relativ einfach und schnell optimierbar.

Vereinfacht formuliert, sammeln Suchmaschinen Informationen zu einer Website im ganzen Internet und bewerten diese. Im Fokus steht am Ende die eigentliche Ziel-Website auf einem bestimmten Server oder Webspace. Hier kann man schon viel optimieren und gute Erfolge dder Suchmaschinenoptimierung verzeichnen, ohne sich um Offpage-Themen zu kümmern. Diese sind relativ aufwendig umsetzbar und der Erfolg ist größer, wenn die eigentliche Website schon die Voraussetzungen für ein gutes Ranking erfüllt.

Die nachfolgenden Punkte sind von technischen Möglichkeiten bis hin zum eigentlichen Content gelistet. Eine individuelle Content-Strategie wird hier nicht erarbeitet!

 

Technische Onpage-Optimierung der Website für ein besseres Ranking

Wenn ich mir heute Websites renommierter Firmen anschaue, finde ich häufig gravierende Probleme mit oder auf der Website, die oft für den Besucher nicht, aber für Suchmaschinen ersichtlich sind....

 

Antwortzeit des Servers verbessern

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Server eine hohe Antwortzeit hat. Hohe Auslastung, veraltete Hardware, aber auch Fehler in der Software können Gründe sein. Suchmaschinen finden schnelle Antwortzeiten von Servern sexy. Noch besser finden sie es, wenn auch die Ladezeiten kurz sind.

 

Kurze Ladezeiten für Websites

Besucher einer Website warten ungerne auf die Darstellung einer Website im Browser. Suchmaschinen sehen das genauso und bewerten Websites auch an der Ladezeit. Neben der Software auf dem Server und dem Content Management System, das die Website bereitstellt, ist vor allem die entwickelte Website zu betrachten.
Externe Scripte sollte man aus verschiedenen Gründen beispielsweise vermeiden, wenn sie nicht zwingend notwendig sind. Viele externe Scripte kann man auch intern ablegen.
Content Delivery Networks (CDN) erlauben parallele Requests abzusetzen um Content zu laden. Sie sind nicht als externe Scripte anzusehen, da sie auf das Laden von Content optimiert sein sollten.
Für einen Selbsttest der eigenen Website kann man in einem ersten Schritt einen Browser nehmen. Das PlugIn FireBug für den Mozilla Firefox zeigt zum Beispiel die Ladezeiten für einzelne Request und die gesamte Seite an. Werte unterhalb von 4 Sekunden sind ok, unter 2 Sekunden sind sie gut. Es ist aber durchaus möglich das Laden einer Website in weniger als einer Sekunde zu ermöglichen.

 

Lange Ladezeiten vermeiden durch Browser-Caching

Bestimmte Elemente einer Website, wie Logos und andere Bilder, aber auch auf Code-Ebene, wie CSS- und Javascript-Dateien, sind auf mehreren Seiten vorhanden und müssen nicht bei jedem Reload einer Seite neu vom Webserver geladen werden, wenn Browser-Caching aktiviert ist. Der Browser speichert bei einem gesetzten Expires-Header die markierten Dateien und lädt sie erst neu vom Webserver, wenn das Expires-Datum erreicht wurde.

 

Komprimierung für eine bessere Ladezeit

Websites können komprimiert werden um die zu übertragenden Kilobytes zu verringern. Dies kann durch die Komprimierung des Quellcodes und von einzelnen Dateien passieren und wird durch das genutzte Content Management System oder den Webserver erledigt. Die entsprechenden Einstellungen sind durch den Administrator vorzunehmen.

 

Quellcode reduzieren

Unnötiger Quellcode sollte vermieden oder entfernt werden, da er nur die zu ladende Website vergrößert und die Ladezeit verlängert aber keinen Vorteil bringt.

 

Bilder optimieren

Bilder können in unterschiedlicher Größe und verschiedenen Dateiformaten abgespeichert werden. Die Größe sollte nicht größer sein, als die maximal sichtbare Version benötigt um optimal dargestelt zu werden. Möchte man eine höhere Auflösung anbieten, kann man dies beispielsweise als separaten Download ermöglichen. Außerdem sollten die Dateiformate für die Bilder korrekt gewählt werden, da so auch die Dateigröße verringert werden kann. Für viele Bilder ist es unrelevant, ob sie als JPG- oder PNG-Datei integriert werden. JPG-Dateien sind in der Regel aber deutlich kleiner.

 

Suchmaschinenoptimierung SEO intern im Unternehmen

Ansicht: Google Pagespeed Insights

 

Mobile Nutzererfahrung

Ein wichtiger Punkt für die Listung und das Ranking in den Suchergebnissen ist auch die mobile Nutzererfahrung von Websites. Eine Website, die eine ungenügende Besucherfreundlichkeit ausweist, wird schlechter gerant, als eine optimierte Seite. Ein responsives Webdesign hilft beispielsweise, eine gute Bewertung der Nutzererfahrung zu erhalten.

 

Einen Überblick über die Möglichkeiten, die eigene Seite zu verbessern, findet man in einer relativ einfachen Variante unter folgendem Link zu Google Pagespeed Insights

Eine ähnliche Auflistung und Bewertung bekommt man auch über das Firefox-PlugIn Yslow.

Die aufgeführten Maßnahmen sind in der Regel einmalig für eine Website zu erledigen und mit überschaubarem Aufwand zu realisieren.


Inhaltlichte Onpage-Optimierung ( nach der Content-Strategie )

Eine individuelle Content-Strategie ist, wie schon erwähnt, nicht Bestandteil dieses Artikels, da dies komplizierter (da individueller) wird und nur der Versuch einer Beschreibung hier den Rahmen sprengen würde. Außerdem kann kaum jemand anderes als ein Unternehmen oder der Website-Betreiber selbst beschreiben, wie das eigene Angebot inhaltlich und langfristig ausgerichtet sein soll.

Allgemein gibt es trotzdem ein paar Punkte, die jeder bei der Veröffentlichung von Content berücksichtigen kann, ohne sich ernsthaft mit Quellcode zu beschäftigen.

 

Texte sollten ein Volumen von 300 Wörtern haben, damit die Inhalte eine notwendige Relevanz erhalten. Mehr darf es natürlich auch gerne sein. Man sollte aber auch bei den Texten in Verbindung mit einer Content-Strategie Keywords und Keyword-Dichte beachten. Außerdem sollten die Sätze in den Texten nicht zu kompliziert oder zu verschachtelt sein.

Der Titel des Inhalts sollte aussagekräftig sein und auch die wichtigen Keywords des Inhaltes enthalten.

Neben dem Titel als Überschrift sind auch Überschriften von Absätzen relevant. Eine Unterscheidung kann man hier über das entsprechende HTML-Tag (h1 - h6) machen. Auch eine Schriftformatierung (fett/kursiv) zeigt Suchmaschinen wichtige Schlagwörter auf.

Aufzählungen im Inhaltsbereich erlauben ebenfalls, bestimmte Formulierungen oder Keywords zu priorisieren. Auch ein Title-Tag kann in die Liste eingesetzt werden.

 

Bilder können von Suchmaschinen nur bedingt interpretiert werden. Daher sollte man für die Suchmaschinenoptimierung beachten, dass Bilder aussagekräftige Dateinamen haben, die sich auch an den Keywords ausrichten. Ebenso sollten alle Bilder einen Titel und eine Beschreibung erhalten. Dies wird über das Title- beziehungsweise Alt-Tag umgesetzt. Entsprechend integrierte Bilder im Content steigern das Ranking einer Website deutlich.

 

Anhand von internen Links erkennen Suchmaschinen, welche einzelnen Pages oder Inhalte für  Unternehmen als Anbieter eines Produktes über eine Website wichtig ist. Auch externe Links werden dabei positiv bewertet. Die Art und das Ziel von externen Links muss dabei aber im Kontext  mit dem eigentlichen Content oder Ziel der Website betrachtet werden, da externe Linnks natürlich bedeuten können, dass Besucher hierüber die Website verlassen.

 

Inhaltliche Onpage-Optimierung über Meta-Tags

Suchmaschinen bewerten neben der Domain auch die URL-Struktur und versuchen den Content über sprechende URLs zu kategoriesieren. Eine entsprechende Struktur lässt sich normalerweise im Content Management System konfigurieren. Neben der Konfiguration im Content Management System ist für sprechende URLs auch eine Einstellung am Webserver vorzunehmen.

 

Meta-Tags allgemein helfen Suchmaschinen und anderen Diensten, den Inhalt einer Website besser zu verstehen und einordnen zu können. Daneben sind Meta-Tags auch relevant bei dem Suchmaschinenmarketing für eine bessere Ansprache von Suchenden durch die Beschreibung des Suchergebnisses. Neben den HTML-Meta-Tags, gibt es inzwischen ähnliche Varianten von anderen Diensten, die die Darstellung der Inhalte in diesen Diensten und Suchergebnissen erlauben. Zu nennen sind hier auf jeden Fall Dublin Core und OpenGraph für soziale Netzwerke.

Bei den meisten Content Management Systemen können diese Meta-Tags bei dem Erstellen des Contents befüllt werden. Zu beachten ist dabei mindestens, dass Meta-Tags nicht gleichlautend unterschiedlichen Content beschreiben.

 

Suchmaschinenoptimierung SEO intern mit Webmaster Tools

Ansicht: von Google vorgeschlagene HTML-Verbesserungen in den Webmaster Tools

 

Doppelte Inhalte von Meta-Tags auf unterschiedlichen Seiten sind zu vermeiden. Besonders relevant ist dies für das Title-Tag.

Zu kurze oder zu lange Meta-Tags beeinflussen das Ranking auf den Suchergebnisseiten ebenso.
Für die Meta-Description sollten mindestens 130 und weniger als 160 Zeichen genutzt werden. Für den Titel sind es ca. 40 Zeichen.

Fehlende oder leere Meta-Tags sollten allgemein vermieden werden. Auf vielen Website ist dies aber der Fall.

 

Strukturierte Daten allgemein erlauben es Suchmaschinen, Content einzuordnen als das, was er in Wirklichkeit beschreibt. Beispielsweise lassen sich über "microformats" oder RDF weitere Details hinterlegen. So kann zum Beispiel eine Produktdetailseite also solche gekennzeichnet werden, oder auch die Standortbeschreibung eines Unternehmen.

 

Suchmaschinenoptimierung SEO intern mit strukturierten Daten

Ansicht: von Google gefundene, strukturierte Daten in den Webmaster Tools


Speziell zu betrachten sind daneben auch Änderungen am Content selbst. Für Suchmaschinen sollten Weiterleitungen (301/302) eingerichtet werden, nachdem Content eine geänderter URL erhalten hat. Dies kann bei vielen Content Management Systemen automatisiert werden. Auch sollte die Webseite regelmäßig auf Fehlerseiten von gelöschtem Content untersucht werden.

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Michael Antony

Ich arbeite seit 2004 als Geschäftsführer der MEA-SOFT GmbH. Die Schwerpunkte neben wirtschaftlichen Tätigkeiten liegen auf der Beratung, Strategieentwicklung und Konzeption von Onlineprojekten, sowie des Webdesign für Wordpress, Drupal und diversen Onlineshop-Systemen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Anbindung von Content Management Systemen an Third-Party-Software.